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Hart & unfair!

Donald Trump: Zum medialen Abschuss freigegeben!

“Meinungs- und Gesinnungsmache at it´s best!”

Was vorgestern noch „Der schwarze Kanal“, ein politisch- agitatorischer Fernsehbeitrag des DDR- Fernsehens für besonders Hartgesottene unter der Moderation von Karl- Eduard von Schnitzler war, ist heute offensichtlich „Hart aber fair!“ (… oder doch eher „Hart und unfair!“) mit Frank Plasberg, der mit der Sendung vom vergangenen Montag eindeutig nicht nur weit über das Ziel hinausgeschossen ist, sondern ausnahmslos jegliche Seriosität, Glaubwürdigkeit und Reputation in punkto angemessener Berichterstattung endgültig und zu 100% in die bundesdeutsche Medien- Restmülltonne getreten hat!

Wohlgemerkt: „Hart aber fair!“ zählt nicht unbedingt zu meinen persönlich bevorzugten Polit- Sendungen. Aufgrund eines eher trögen TV- Angebotes am Montagabend, tue ich mir jedoch gelegentlich das eine oder andere Mal, auch mit dem Risiko heftiger Zahnschmerzen als Nachwehen der Sendung, Frank Plasberg´s mediale Polit- und Meinungs- Resterampe an! Dieses Mal jedoch mit dem meinerseits ernst gemeinten Schwur „Das war endgültig das allerletzte Mal!“.

Wie bereits hinreichend festgestellt wurde, sind rund 98% der Berichterstattungen des ARD- Fernsehen in Bezug auf Donald Trump vornehmlich äußerst negativ gefärbt (Quelle: Shorenstein Center on Media, Politics and Public Policy der Harvard Kennedy School). Meines Erachtens ist es durchaus legitim, auch allen anderen Medien und Sendern in Deutschland ebensolches zuzuschreiben, zumal tägliches Trump- Bashing aufgrund von allem, insbesondere jedoch nichts, mittlerweile mehr als gesellschaftsfähig zu sein scheint. Heute ist es die fehlende Anwesenheit von Melania Trump anlässlich von öffentlichen Auftritten ihres Gatten über die man sich ereifert; morgen ist es eine nach Auffassung der deutschen Presse angeblich unangemessene Kleidung von Melania Trump, die man geifernd kommentiert, und man entblödet sich auch nicht, wenn es ausnahmsweise mangels Masse mal nichts zu berichten gibt, auf mehr als krude und vor allen Dingen unbewiesene Verschwörungstheorien, von Geheimnisverrat bis hin zu unlauteren Geschäftspraktiken, wie auch einer angeblichen Zugehörigkeit zu mafiösen Strukturen zurückzugreifen, um den US- amerikanischen Präsidenten unablässig in Misskredit zu bringen.

Fast hat man den Eindruck, die deutsche Presse verfolgt Donald Trump in obsessiver, fast schon pathologischer Manie und es wird dabei jedes nur erdenkliche und sich bietende Ressentiment, insbesondere des Segments „Müll, Trash und niedrigstes Dschungel- Niveau“ bedient. Was nicht in die eigene Ideologie passt, muss demzufolge, nach einer sehr simplifizierten deutschen Logik, populistisch, rassistisch und rechtsaussen sein, und reicht das noch nicht aus, kann es sich demzufolge nur noch um eine psychopathologische Störung in Form einer diagnostizierbaren Geisteskrankheit handeln.

Sieht man einmal von der durch Zwangsbeiträge finanzierten Selbstdarstellung und bereits bestens bekannten täglichen Medien- Hetze der übelsten Version gegen den US- amerikanischen Präsidenten Donald Trump ab, wurden die Grenzen des Zumutbaren und damit jegliche Glaubwürdigkeit mit der Sendung „Hart aber fair!“ vom vergangenen Montag mehr als weit überschritten. Anstatt sich endlich einmal wirklich sachlich- kritisch den Problematiken im eigenen Land zuzuwenden, da gäbe es im Prinzip mehr als genug zu diskutieren und vor allem zu kritisieren, verlegte man den Fokus erneut verstärkt auf die politische Entwicklung in den USA und hier, emsig und nicht müde werdend, einen mittlerweile zum offensichtlich teuflischen Verursacher allen erdenklichen Übels gehypten Präsident Trump, der angeblich gefährlich nah und unberechenbar den Finger am Atom- Knopf hat.

Insbesondere war man sich nicht zu schade, hier zwecks Extra- Garnierung des vorangegangenen gemeinschaftlichen Trump- Bashings der anwesenden Talkrunden- Gäste auch noch die Psychotherapeutin und Buchautorin Bärbel Wardetzki, die während ihres medialen Statements zu wahrer Höchstform auflief, zu Wort kommen zu lassen, und die sich als augenscheinlich selbsternannte „Trumpologin“ hier offensichtlich zu erstaunlichen, wenn auch nicht überraschenden, höheren Kenner- Weihen berufen sah, und Donald Trump eine ausgewachsene narzisstische Persönlichkeitsstörung, inklusive der Psyche eines emotional verwahrlosten Kindes, das Aufmerksamkeit zwecks Spiegelung der eigenen Identität braucht, einen Mangel an Selbstwertgefühl, sowie einer fehlenden Impuls- Kontrolle bestätige und für diese mehr als fragwürdigen Pseudo- Analysen, die überdies wissenschaftlich völlig wertlos, höchst spekulativ und zudem hochgradig unseriös und unethisch sind, eine mediale öffentliche Sendungsplattform zu bieten.

Da ich nicht davon ausgehe, dass Frau Wardetzki die bevorzugte Haus- Psychologin von Donald Trump ist und sie ihn aller Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal persönlich kennt, geschweige denn in der jüngsten Vergangenheit fachlich und kompetent begutachtet hat – ohnehin würde sie dann ohne ausdrückliche Erlaubnis gegenüber einem öffentlichen Statement der Schweigepflicht unterliegen – ist es nicht nur äußerst fragwürdig und hochgradig unseriös, hier eine öffentliche Ferndiagnose aufgrund von subjektiven und ausschließlich spekulativen Wahrnehmungen zu stellen, sondern dies bedeutet überdies einen eklatanten Verstoß gegen die seitens der American Psychiatric Association verabschiedeten Goldwater- Regel. Wie? Noch nie davon gehört, Frau Wardetzki? Das beurteile ich aber bei Ihrer angeblichen Sach- und Fachkompetenz dann mehr als bedenklich!

Die Goldwater- Regel ist im Prinzip ganz einfach und relativ leicht verständlich: Nach diesen Kriterien und Standards verstößt ein Psychiater gegen seinen Berufsethos, wenn er den Gesundheitszustand einer öffentlichen Person beurteilt, ohne diese jemals persönlich untersucht und für das öffentliche Statement eine ausdrücklicher Erlaubnis desjenigen erhalten zu haben. Hinzu kommt erschwerend, dass grundsätzlich Ferndiagnosen in jeglicher Form auch in Deutschland lt. Bundesärztekammer verboten sind und derartige unerlaubte Praktiken von einer Abmahnung bis hin zum Entzug der Approbation führen können. Da wurde sich meines Erachtens etwas sehr weit aus dem Fenster gelehnt …

Man stelle sich kurz folgendes Szenario vor: Der gesundheitliche Zustand, verbunden mit einer angeblich ernstzunehmenden, per Ferndiagnose attestierten, psychischen Störung einer Angela Merkel würde in einer US- amerikanischen Talk- Runde öffentlich diskutiert und thematisiert. Nicht auszudenken und ich höre jetzt bereits den medialen Aufschrei in diesem Land der Hyper- Moralisten und emsig Mahnenden, in dem bereits ohnehin ausnahmslos jede Kritik an der Staatsführung der Kanzlerin ähnlich einer Majestätsbeleidigung wahrgenommen und sofort vom hausinternen Wahrheitsministerium verfolgt wird!

Aller Wahrscheinlichkeit hätte der US- Botschafter plus Entourage sofort einen Termin für den darauffolgenden Tag im Kanzleramt, und man würde ihm dafür mit Sicherheit keinen Stuhl anbieten.

In dem Gespräch würde das ganze auf´s schärfste mit der angemessenen Empörung gerügt, ihm anschließend ein schriftliches Pamphlet bezüglich des verachtenswerten Sachverhaltes in die Hand gedrückt, eine sofortige Aufklärung von oberster Stelle, eine glaubhafte Entschuldigung, sowie die öffentliche Gegendarstellung gefordert werden. Noch wochenlang nach diesem Vorfall wäre das ganze das Thema Nummer Eins in allen Gazetten, medialen Berichterstattungen und Talk- Runden unseres Landes, in dem dann so ziemlich jeder bekannte und vor allen Dingen unbekannte Polit- Statist seine geistigen Ergüsse zu dem Aufreger- Thema öffentlich zelebrieren würde.

Allerdings eines dürfte wohl jedem mittlerweile mehr als klar sein: Ein unangepasster und vor allem unbequemer Präsident Trump, so ganz anders als sein Vorgänger, eignet sich ganz hervorragend und trefflich, von den wirklich wichtigen Problematiken unseres Landes, an denen es weiß Gott nicht mangelt, abzulenken. Aber ganz ehrlich? Einen Donald Trump auf Bussibussi- Kuschel- Kurs, ähnlich seinem Vorgänger Barack Obama, im Schulterschluss mit Angela Merkel, mag ich mir persönlich garnicht vorstellen! Dann doch lieber ein bisschen mehr Pitbull …

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

Himmel hilf!

„Wenn Religion in Politik macht!„ 

Schuster bleib bei Deinem Leisten …

Ach ja, richtig! Da war ja was … Der aktuell stattfindende evangelische Kirchentag in Berlin und zur Zeit „der“ Hotspot und „die“ Plattform schlechthin für die Moral- und Gesinnungs- Elite aus einem mittlerweile offenbar völlig gaga Elfen- und Feenreich Deutschland mit einem extremen Hang zu ausgeprägtem Sendungsbewusstsein und moralisierend und belehrend erhobenen Fingerzeig- Statements gegen das verachtenswerte und populistische Rechtsaußen- Plebs unseres Landes!

Erinnerten frühere Kirchentage auf den ersten Blick an ein fröhliches Woodstock- Happening, wandelte sich die diesjährige Veranstaltung doch wohl eher zu einer wohlkalkulierten politischen Freiluft- Bühne der ganz besonderen Art. Weniger kirchlich, geistlich und spirituell, dafür hingegen entschieden mehr politisch nutzten allen voran Angela Merkel mit Unterstützung von Barack Obama, Martin Schulz und Thomas de Maiziere den evangelischen Kirchentag, um sich für den bevorstehenden Wahlkampf zu profilieren und gebührend in Szene zu setzen.

Dass dem Reformator Luther ein gewisser Grobianismus innerhalb seiner Schmähschriften und Tischreden zu eigen war, dürfte wohl so ziemlich jedem hinreichend bekannt sein, und so wurde auch die Bezeichnung „Pfaffe“ durch Martin Luther reichlich negativ besetzt, was jedoch meines Erachtens derzeit wieder mehr an Bedeutung gewinnt denn je. Hatten wir in Deutschland bisher eine klare Trennung von Religion und Politik, genehmigen sich heute erneut die Kirchenvertreter Deutschlands ein gewichtiges selbsterklärtes Mitspracherecht in allen nur erdenklichen politischen Bereichen. Gerne erinnere ich in diesem Zusammenhang nochmals an das Zitat von Martin Luther (1483 – 1546) „Pfaffen sollen beten und nicht regieren!“

So fordert z.B. der Münchener Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, am 08.April 2017 in einem Spiegel- Interview entschieden höhere Steuern und Abgaben auf Vermögen, Erbschaften, sowie den Kapitalverkehr. Sein Statement: „Wenn die Vermögensverteilung immer ungleicher wird, dann kann der Staat nicht so tun, als ob ihn das nichts anginge!“ Nur noch einmal ganz am Rande zwecks Erinnerung: Zur Zeit werden erhebliche Steuermehreinnahmen und deren Verteilung in Höhe von weit über 50 Milliarden diskutiert. Gleichzeitig plant Finanzminister Schäuble jedoch auch eine Erhöhung der KFZ- Steuer für Neuwagen- Käufe ab 2018 und die PKW- Maut ist beschlossene Sache! Heißes Thema dürften mit Blick auf weitere geplante, wenn auch vor der Wahl nicht näher öffentlich erörterte, Steuererhöhungen, wie u.a. auch das Ehegattensplitting, der Solidarzuschlag und die kalte Progression sein.

Tja, da hat Kardinal Marx irgendwie etwas nicht so ganz verstanden! Der Staat „kümmert“ sich sehr wohl hingebungs- und aufopferungsvoll um seine Bürger. Allerdings weniger mit Blick auf eine gerechte Verteilung der Steuereinnahmen, verstärkt hingegen rigoros und konsequent um die Vermehrung der Staatseinnahmen. Fazit: Kardinal Marx Job ist es, sich um relevante Glaubensfragen und vornehmlich das Seelenheil katholischer Kirchenmitglieder, die ohnehin einem krassen Schwund unterliegen, zu kümmern und daher sollte er sich entschieden aus politischen Themen, wie Vermögensverteilung und Steuererhöhungen heraushalten. Eben ganz nach dem Grundsatz „Schuster bleib bei Deinem Leisten“!

Auch Marx evangelischer Kollege, Heinrich Bedford- Strohm, Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, spricht sich immer wieder und vehement für ein politisches Mitspracherecht der evangelischen Kirche aus, nimmt ungefragt und ungebeten zu politischen Themen Stellung und betont, dass Glaube immer auch politisch sein muss. Muss? Deutschland MUSS garnichts und erst Recht müssen wir keine Verschmelzung von Politik und Kirchen in Richtung eines Remakes des früheren Feudalismus dulden!

Nur kurz am Rande bemerkt: Luther riet in seinem Sendbrief (1530) dereinst dringend „ dem Volk auf´s Maul zu schauen“ – ich rate zukünftig nicht nur hinzusehen, sondern vor allen Dingen sehr aufmerksam zuzuhören! Deutschland braucht definitiv keine erneute Kuschel- Verbindung von Politik und Kirche, eindeutig keine Wanderprediger von eigenen Gnaden und keine Erziehungs- Institution in Form von Politik und Kirche. Was Deutschland mehr als alles andere benötigt ist ein verlässlicher Staat, berechenbare, glaubwürdige und verantwortungsbewusste Politiker, Sicherheit, Stabilität und Struktur und eine echte und lebendige Demokratie, sowie pluralistische Meinungsvielfalt. Deutschland braucht dringend eine Politik und Staatsführung, die den Menschen dient und nicht wie bisher umgekehrt!

Und wie wenig Sie, respektive die Kirchen in Deutschland, für voll zu nehmen sind, Herr Bedford- Strohm, wird mehr als deutlich, nachdem Sie und Ihr Kollege, Kardinal Reinhard Marx, bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem Ihre Brustkreuze abgenommen haben, was für mich einer öffentlichen Verleugnung des christlichen Glaubens gleichkommt. Das ganze wird auch nicht gerade glaubwürdiger durch Ihre mehr als halbgare Rechtfertigung, es handele sich hier um eine Antwort auf den Wunsch des Gastgebers und man habe aus Respekt so gehandelt. Ah ja! … und wie sieht es mit dem Respekt der islamischen Gastgeber gegenüber dem christlichen Glauben aus?

Mit Verlaub, Luther würde sich angesichts einer derart widersprüchlichen Haltung der heutigen Kirche im Grabe drehen wie ein Kreisel!

Und da man gerne schon mal, gerade wenn es um die Wahlen geht, auch einen Pakt mit dem ansonsten eher unbeliebten Teufel schließt, fordert und begrüßt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mehr Engagement und die verstärkte politische Einmischung von Kirchen in Deutschland, gerade in ländlichen Gegenden, wo angeblich das Potenzial von Populisten besonders groß sei. Gell, Herr Schmidt, Sie erinnern sich schon noch ansatzweise daran, dass Deutschland ein säkularer Staat ist oder wollen Sie etwa das lutherische Rad, die Trennung von Staat und Kirche, tatsächlich zurückdrehen?

Endgültig den populistischen Vogel abgeschossen hat hingegen Margot Käßmann anlässlich einer Bibelarbeit auf dem evangelischen Kirchentag und der tragende Beweis dafür, dass die evangelische Kirche ihr Bodenpersonal offensichtlich nicht so ganz im Griff hat und sich hier eine mehr als merkwürdige Eigendynamik unter dem Namen und Kreuz der Kirche zu entwickeln scheint.

Bitte „Margot“ wer? Ach ja, richtig! Das ist ja die Dame, heute „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017″  im Auftrag des Rates der evangelischen Kirchen in Deutschland, die im Februar 2010 aufgrund eines Straßen- Verkehrsdeliktes auffällig wurde oder etwas deutlicher, die am 20.Februar 2010 mit einem Promille- Pegel von 1,54 stark angetrunken bei Rot eine Ampel überfahren hatte und anschließend von einer Polizeistreife gestoppt wurde.

Mir persönlich ist nicht bekannt, ob M. Käßmann auch an besagten Tag ihres öffentlichen Statements, Donnerstag den 25.Mai 2017, anlässlich des evangelischen Kirchentages erneut etwas zu tief in den Messwein geblickt oder hier eher der Überschwang der Vorfreude hinsichtlich eines selbst genehmigten politischen Mitspracherechts in Deutschland gewirkt hat, allerdings erscheint mir persönlich die Aussage in Form einer Kritik in Richtung der AfD (*)„Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht!“ doch mehr als bedenklich. Eine Aussage im Bereich des rassistischen Schwergewichts, bedenkt man, dass M. Käßmann selbst als jüngste Tochter des KFZ- Mechanikers Robert Schulze in Marburg geboren wurde, und demzufolge davon auszugehen ist, dass auch ihre Großeltern echte Ur- Deutsche ohne Migrationshintergrund waren.

Folgt man der äußerst kruden Logik von Frau Käßmann, entscheidet man sich demzufolge nicht freiwillig dafür ein Nazi zu werden, sondern es ist quasi aufgrund einer genetischen Erbfolge, ausgehend von Eltern und Großeltern vorbestimmt, dazu verdammt ein Nazi zu sein. Eieiei, Frau Käßmann, Sie wissen aber schon, dass Ihre Auslegung den Nürnberger Gesetzen, nach denen es genügte zwei jüdische Elternteile und vier jüdische Großelternteile zu haben, um als „Volljude“ eingestuft zu werden, in umgekehrter Reihenfolge entspricht?!!! Besitzt man demzufolge nach augenscheinlicher Auffassung von Frau Käßmann zwei deutsche Elternteile und vier deutsche Großelternteile, ist man automatisch, genetisch bedingt, ein „Vollnazi“! 

Normalerweise würde ich jedem anderen raten, einfach mal das Hirn vor dem Reden zuzuschalten. In diesem Fall rate ich dringend: Einfach mal die Klappe halten, Frau Käßmann, Ihre Aussage ist derart unterirdisch, rassistisch und verachtenswert, dass sie definitiv einen verdienten Platz in der „Hall of Shame!“ wert ist! Also herzlich willkommen! In das geistige Mausoleum der „Hall of Shame“ haben es bisher wirklich bei mir nur einige wenige geschafft. Mit Ihrer Aussage, die es auch noch unverständlicherweise auf die Homepage der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Hannover geschafft hat, haben Sie sich allerdings jetzt bereits eine respektable Nominierung im vordersten Rang des Pokals um die derbste Entgleisung des Jahres 2017 erkämpft!

Wie Sie in 2015 angekündigt habe, gedenken Sie mit sechzig in Rente zu gehen und sich von der Kirchen- Bühne zu verabschieden. Sie sind 1958 geboren und in Kürze ist es so weit! Bitte tun Sie sich selbst, vor allen Dingen jedoch Deutschland den Gefallen und fangen Sie damit an ausgiebig Ihren Ruhestand ab 2018 zu genießen, verschonen Sie uns jedoch künftig mit weiteren geistigen Absonderungen!

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

 

Nachlese zu meinem Blogbeitrag:

Da betroffene Hunde bekanntlich am lautesten bellen, hat Frau M. Käßmann nunmehr angekündigt, gegen Kommentatoren in Twitter und anderen sozialen Netzwerken rechtliche Schritte einzuleiten, da angeblich ihr Zitat (*) anlässlich des evangelischen Kirchentages aus dem Kontext gerissen sei. Ich erachte derartige Ankündigungen als absolut lächerlich, denn wer austeilt, sollte auch einstecken können! Um jedoch allen eventuellen Mißverständnissen vorzubeugen, nachfolgend daher noch einmal der exakte Wortlaut, sowie die näheren Umstände des Gesagten.

Käßmann hatte am Donnerstag in einer Bibelarbeit beim Kirchentag in Berlin die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate kritisiert. Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin sagte, diese entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten“: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern“ – und setzte mit Blick auf die AfD nach: „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“

Noch einmal zur Erinnerung: Die AfD hat mit ihrer Forderung nach einer höheren Geburtenrate etwa keineswegs angeregt, erneut das frühere „Mutterkreuz“ wieder einführen zu wollen. Ich persönlich bewerte aus diesem Grund das Zitat (*) von Frau Käßmann als absolut unangemessen und völlig unangebracht. Hier einen direkten Zusammenhang und Kontext zwischen  der Forderung der AfD und dem Nationalsozialismus herstellen zu wollen oder auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen, halte ich für mehr als bedenklich. Da Frau Käßmann sich in ihrer Kritik auf das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland (letzte Veröffentlichung: Vorlage zum Bundesparteitag am 30.04.2016/01.05.2016) bezieht, darf ich nachfolgend aus Gründen der Fairness den betreffenden Passus im Original- Wortlaut wiedergeben:

6.2 MEHR KINDER STATT MASSENEINWANDERUNG
Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist dafür kein  geeignetes Mittel. Neben einer maßvollen, an qualitativen Kriterien orientierten Einwanderung, muss vor allem die Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung durch eine effektive  familien‐ und kinderfreundliche Politik erhöht werden. 

und weiter aus dem AfD- Programm für die Bundestagswahl (beschlossen auf dem Bundesparteitag in Köln am 22./23. April 2017) ab Seite 36, Absatz 7.1 „Deutschland nicht abschaffen“, Link: https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/05/2017-05-24_AfD-Bundestagswahlprogramm_Onlinefassung.pdf

Sorry, aber lesen Sie hier irgendetwas, was Sie an den kleinen Arierparagraphen erinnert, respektive sehen Sie hier Zusammenhänge mit dem Nationalsozialismus? Ich persönlich tue mir mit einer derartigen Interpretation sehr schwer und sehe hier auch keinerlei direkten Bezug zur Aussage von Frau Käßmann!

Ein sehr ähnliches Zitat aus dem Juli 2004

„Was wir brauchen, damit es in Deutschland bei Wachstum und Wohlstand wieder aufwärts geht, ist ganz einfach: Es müssen wieder mehr Kinder geboren werden.“ (Quelle: Handelsblatt vom 13.07.2004)

von Malte Ristau-Winkler, dem damals zuständigen Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, hätte vermutlich keine derartige Aussage seitens Frau Käßmann provoziert. Aber dabei ging es aber auch nicht um ein Statement der AfD, sondern um rot- grüne Vorschläge zur zukünftigen Familienpolitik!

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel