Archiv | Hall of Shame RSS for this section

Hart & unfair!

Donald Trump: Zum medialen Abschuss freigegeben!

“Meinungs- und Gesinnungsmache at it´s best!”

Was vorgestern noch „Der schwarze Kanal“, ein politisch- agitatorischer Fernsehbeitrag des DDR- Fernsehens für besonders Hartgesottene unter der Moderation von Karl- Eduard von Schnitzler war, ist heute offensichtlich „Hart aber fair!“ (… oder doch eher „Hart und unfair!“) mit Frank Plasberg, der mit der Sendung vom vergangenen Montag eindeutig nicht nur weit über das Ziel hinausgeschossen ist, sondern ausnahmslos jegliche Seriosität, Glaubwürdigkeit und Reputation in punkto angemessener Berichterstattung endgültig und zu 100% in die bundesdeutsche Medien- Restmülltonne getreten hat!

Wohlgemerkt: „Hart aber fair!“ zählt nicht unbedingt zu meinen persönlich bevorzugten Polit- Sendungen. Aufgrund eines eher trögen TV- Angebotes am Montagabend, tue ich mir jedoch gelegentlich das eine oder andere Mal, auch mit dem Risiko heftiger Zahnschmerzen als Nachwehen der Sendung, Frank Plasberg´s mediale Polit- und Meinungs- Resterampe an! Dieses Mal jedoch mit dem meinerseits ernst gemeinten Schwur „Das war endgültig das allerletzte Mal!“.

Wie bereits hinreichend festgestellt wurde, sind rund 98% der Berichterstattungen des ARD- Fernsehen in Bezug auf Donald Trump vornehmlich äußerst negativ gefärbt (Quelle: Shorenstein Center on Media, Politics and Public Policy der Harvard Kennedy School). Meines Erachtens ist es durchaus legitim, auch allen anderen Medien und Sendern in Deutschland ebensolches zuzuschreiben, zumal tägliches Trump- Bashing aufgrund von allem, insbesondere jedoch nichts, mittlerweile mehr als gesellschaftsfähig zu sein scheint. Heute ist es die fehlende Anwesenheit von Melania Trump anlässlich von öffentlichen Auftritten ihres Gatten über die man sich ereifert; morgen ist es eine nach Auffassung der deutschen Presse angeblich unangemessene Kleidung von Melania Trump, die man geifernd kommentiert, und man entblödet sich auch nicht, wenn es ausnahmsweise mangels Masse mal nichts zu berichten gibt, auf mehr als krude und vor allen Dingen unbewiesene Verschwörungstheorien, von Geheimnisverrat bis hin zu unlauteren Geschäftspraktiken, wie auch einer angeblichen Zugehörigkeit zu mafiösen Strukturen zurückzugreifen, um den US- amerikanischen Präsidenten unablässig in Misskredit zu bringen.

Fast hat man den Eindruck, die deutsche Presse verfolgt Donald Trump in obsessiver, fast schon pathologischer Manie und es wird dabei jedes nur erdenkliche und sich bietende Ressentiment, insbesondere des Segments „Müll, Trash und niedrigstes Dschungel- Niveau“ bedient. Was nicht in die eigene Ideologie passt, muss demzufolge, nach einer sehr simplifizierten deutschen Logik, populistisch, rassistisch und rechtsaussen sein, und reicht das noch nicht aus, kann es sich demzufolge nur noch um eine psychopathologische Störung in Form einer diagnostizierbaren Geisteskrankheit handeln.

Sieht man einmal von der durch Zwangsbeiträge finanzierten Selbstdarstellung und bereits bestens bekannten täglichen Medien- Hetze der übelsten Version gegen den US- amerikanischen Präsidenten Donald Trump ab, wurden die Grenzen des Zumutbaren und damit jegliche Glaubwürdigkeit mit der Sendung „Hart aber fair!“ vom vergangenen Montag mehr als weit überschritten. Anstatt sich endlich einmal wirklich sachlich- kritisch den Problematiken im eigenen Land zuzuwenden, da gäbe es im Prinzip mehr als genug zu diskutieren und vor allem zu kritisieren, verlegte man den Fokus erneut verstärkt auf die politische Entwicklung in den USA und hier, emsig und nicht müde werdend, einen mittlerweile zum offensichtlich teuflischen Verursacher allen erdenklichen Übels gehypten Präsident Trump, der angeblich gefährlich nah und unberechenbar den Finger am Atom- Knopf hat.

Insbesondere war man sich nicht zu schade, hier zwecks Extra- Garnierung des vorangegangenen gemeinschaftlichen Trump- Bashings der anwesenden Talkrunden- Gäste auch noch die Psychotherapeutin und Buchautorin Bärbel Wardetzki, die während ihres medialen Statements zu wahrer Höchstform auflief, zu Wort kommen zu lassen, und die sich als augenscheinlich selbsternannte „Trumpologin“ hier offensichtlich zu erstaunlichen, wenn auch nicht überraschenden, höheren Kenner- Weihen berufen sah, und Donald Trump eine ausgewachsene narzisstische Persönlichkeitsstörung, inklusive der Psyche eines emotional verwahrlosten Kindes, das Aufmerksamkeit zwecks Spiegelung der eigenen Identität braucht, einen Mangel an Selbstwertgefühl, sowie einer fehlenden Impuls- Kontrolle bestätige und für diese mehr als fragwürdigen Pseudo- Analysen, die überdies wissenschaftlich völlig wertlos, höchst spekulativ und zudem hochgradig unseriös und unethisch sind, eine mediale öffentliche Sendungsplattform zu bieten.

Da ich nicht davon ausgehe, dass Frau Wardetzki die bevorzugte Haus- Psychologin von Donald Trump ist und sie ihn aller Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal persönlich kennt, geschweige denn in der jüngsten Vergangenheit fachlich und kompetent begutachtet hat – ohnehin würde sie dann ohne ausdrückliche Erlaubnis gegenüber einem öffentlichen Statement der Schweigepflicht unterliegen – ist es nicht nur äußerst fragwürdig und hochgradig unseriös, hier eine öffentliche Ferndiagnose aufgrund von subjektiven und ausschließlich spekulativen Wahrnehmungen zu stellen, sondern dies bedeutet überdies einen eklatanten Verstoß gegen die seitens der American Psychiatric Association verabschiedeten Goldwater- Regel. Wie? Noch nie davon gehört, Frau Wardetzki? Das beurteile ich aber bei Ihrer angeblichen Sach- und Fachkompetenz dann mehr als bedenklich!

Die Goldwater- Regel ist im Prinzip ganz einfach und relativ leicht verständlich: Nach diesen Kriterien und Standards verstößt ein Psychiater gegen seinen Berufsethos, wenn er den Gesundheitszustand einer öffentlichen Person beurteilt, ohne diese jemals persönlich untersucht und für das öffentliche Statement eine ausdrücklicher Erlaubnis desjenigen erhalten zu haben. Hinzu kommt erschwerend, dass grundsätzlich Ferndiagnosen in jeglicher Form auch in Deutschland lt. Bundesärztekammer verboten sind und derartige unerlaubte Praktiken von einer Abmahnung bis hin zum Entzug der Approbation führen können. Da wurde sich meines Erachtens etwas sehr weit aus dem Fenster gelehnt …

Man stelle sich kurz folgendes Szenario vor: Der gesundheitliche Zustand, verbunden mit einer angeblich ernstzunehmenden, per Ferndiagnose attestierten, psychischen Störung einer Angela Merkel würde in einer US- amerikanischen Talk- Runde öffentlich diskutiert und thematisiert. Nicht auszudenken und ich höre jetzt bereits den medialen Aufschrei in diesem Land der Hyper- Moralisten und emsig Mahnenden, in dem bereits ohnehin ausnahmslos jede Kritik an der Staatsführung der Kanzlerin ähnlich einer Majestätsbeleidigung wahrgenommen und sofort vom hausinternen Wahrheitsministerium verfolgt wird!

Aller Wahrscheinlichkeit hätte der US- Botschafter plus Entourage sofort einen Termin für den darauffolgenden Tag im Kanzleramt, und man würde ihm dafür mit Sicherheit keinen Stuhl anbieten.

In dem Gespräch würde das ganze auf´s schärfste mit der angemessenen Empörung gerügt, ihm anschließend ein schriftliches Pamphlet bezüglich des verachtenswerten Sachverhaltes in die Hand gedrückt, eine sofortige Aufklärung von oberster Stelle, eine glaubhafte Entschuldigung, sowie die öffentliche Gegendarstellung gefordert werden. Noch wochenlang nach diesem Vorfall wäre das ganze das Thema Nummer Eins in allen Gazetten, medialen Berichterstattungen und Talk- Runden unseres Landes, in dem dann so ziemlich jeder bekannte und vor allen Dingen unbekannte Polit- Statist seine geistigen Ergüsse zu dem Aufreger- Thema öffentlich zelebrieren würde.

Allerdings eines dürfte wohl jedem mittlerweile mehr als klar sein: Ein unangepasster und vor allem unbequemer Präsident Trump, so ganz anders als sein Vorgänger, eignet sich ganz hervorragend und trefflich, von den wirklich wichtigen Problematiken unseres Landes, an denen es weiß Gott nicht mangelt, abzulenken. Aber ganz ehrlich? Einen Donald Trump auf Bussibussi- Kuschel- Kurs, ähnlich seinem Vorgänger Barack Obama, im Schulterschluss mit Angela Merkel, mag ich mir persönlich garnicht vorstellen! Dann doch lieber ein bisschen mehr Pitbull …

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

Himmel hilf!

„Wenn Religion in Politik macht!„ 

Schuster bleib bei Deinem Leisten …

Ach ja, richtig! Da war ja was … Der aktuell stattfindende evangelische Kirchentag in Berlin und zur Zeit „der“ Hotspot und „die“ Plattform schlechthin für die Moral- und Gesinnungs- Elite aus einem mittlerweile offenbar völlig gaga Elfen- und Feenreich Deutschland mit einem extremen Hang zu ausgeprägtem Sendungsbewusstsein und moralisierend und belehrend erhobenen Fingerzeig- Statements gegen das verachtenswerte und populistische Rechtsaußen- Plebs unseres Landes!

Erinnerten frühere Kirchentage auf den ersten Blick an ein fröhliches Woodstock- Happening, wandelte sich die diesjährige Veranstaltung doch wohl eher zu einer wohlkalkulierten politischen Freiluft- Bühne der ganz besonderen Art. Weniger kirchlich, geistlich und spirituell, dafür hingegen entschieden mehr politisch nutzten allen voran Angela Merkel mit Unterstützung von Barack Obama, Martin Schulz und Thomas de Maiziere den evangelischen Kirchentag, um sich für den bevorstehenden Wahlkampf zu profilieren und gebührend in Szene zu setzen.

Dass dem Reformator Luther ein gewisser Grobianismus innerhalb seiner Schmähschriften und Tischreden zu eigen war, dürfte wohl so ziemlich jedem hinreichend bekannt sein, und so wurde auch die Bezeichnung „Pfaffe“ durch Martin Luther reichlich negativ besetzt, was jedoch meines Erachtens derzeit wieder mehr an Bedeutung gewinnt denn je. Hatten wir in Deutschland bisher eine klare Trennung von Religion und Politik, genehmigen sich heute erneut die Kirchenvertreter Deutschlands ein gewichtiges selbsterklärtes Mitspracherecht in allen nur erdenklichen politischen Bereichen. Gerne erinnere ich in diesem Zusammenhang nochmals an das Zitat von Martin Luther (1483 – 1546) „Pfaffen sollen beten und nicht regieren!“

So fordert z.B. der Münchener Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, am 08.April 2017 in einem Spiegel- Interview entschieden höhere Steuern und Abgaben auf Vermögen, Erbschaften, sowie den Kapitalverkehr. Sein Statement: „Wenn die Vermögensverteilung immer ungleicher wird, dann kann der Staat nicht so tun, als ob ihn das nichts anginge!“ Nur noch einmal ganz am Rande zwecks Erinnerung: Zur Zeit werden erhebliche Steuermehreinnahmen und deren Verteilung in Höhe von weit über 50 Milliarden diskutiert. Gleichzeitig plant Finanzminister Schäuble jedoch auch eine Erhöhung der KFZ- Steuer für Neuwagen- Käufe ab 2018 und die PKW- Maut ist beschlossene Sache! Heißes Thema dürften mit Blick auf weitere geplante, wenn auch vor der Wahl nicht näher öffentlich erörterte, Steuererhöhungen, wie u.a. auch das Ehegattensplitting, der Solidarzuschlag und die kalte Progression sein.

Tja, da hat Kardinal Marx irgendwie etwas nicht so ganz verstanden! Der Staat „kümmert“ sich sehr wohl hingebungs- und aufopferungsvoll um seine Bürger. Allerdings weniger mit Blick auf eine gerechte Verteilung der Steuereinnahmen, verstärkt hingegen rigoros und konsequent um die Vermehrung der Staatseinnahmen. Fazit: Kardinal Marx Job ist es, sich um relevante Glaubensfragen und vornehmlich das Seelenheil katholischer Kirchenmitglieder, die ohnehin einem krassen Schwund unterliegen, zu kümmern und daher sollte er sich entschieden aus politischen Themen, wie Vermögensverteilung und Steuererhöhungen heraushalten. Eben ganz nach dem Grundsatz „Schuster bleib bei Deinem Leisten“!

Auch Marx evangelischer Kollege, Heinrich Bedford- Strohm, Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, spricht sich immer wieder und vehement für ein politisches Mitspracherecht der evangelischen Kirche aus, nimmt ungefragt und ungebeten zu politischen Themen Stellung und betont, dass Glaube immer auch politisch sein muss. Muss? Deutschland MUSS garnichts und erst Recht müssen wir keine Verschmelzung von Politik und Kirchen in Richtung eines Remakes des früheren Feudalismus dulden!

Nur kurz am Rande bemerkt: Luther riet in seinem Sendbrief (1530) dereinst dringend „ dem Volk auf´s Maul zu schauen“ – ich rate zukünftig nicht nur hinzusehen, sondern vor allen Dingen sehr aufmerksam zuzuhören! Deutschland braucht definitiv keine erneute Kuschel- Verbindung von Politik und Kirche, eindeutig keine Wanderprediger von eigenen Gnaden und keine Erziehungs- Institution in Form von Politik und Kirche. Was Deutschland mehr als alles andere benötigt ist ein verlässlicher Staat, berechenbare, glaubwürdige und verantwortungsbewusste Politiker, Sicherheit, Stabilität und Struktur und eine echte und lebendige Demokratie, sowie pluralistische Meinungsvielfalt. Deutschland braucht dringend eine Politik und Staatsführung, die den Menschen dient und nicht wie bisher umgekehrt!

Und wie wenig Sie, respektive die Kirchen in Deutschland, für voll zu nehmen sind, Herr Bedford- Strohm, wird mehr als deutlich, nachdem Sie und Ihr Kollege, Kardinal Reinhard Marx, bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem Ihre Brustkreuze abgenommen haben, was für mich einer öffentlichen Verleugnung des christlichen Glaubens gleichkommt. Das ganze wird auch nicht gerade glaubwürdiger durch Ihre mehr als halbgare Rechtfertigung, es handele sich hier um eine Antwort auf den Wunsch des Gastgebers und man habe aus Respekt so gehandelt. Ah ja! … und wie sieht es mit dem Respekt der islamischen Gastgeber gegenüber dem christlichen Glauben aus?

Mit Verlaub, Luther würde sich angesichts einer derart widersprüchlichen Haltung der heutigen Kirche im Grabe drehen wie ein Kreisel!

Und da man gerne schon mal, gerade wenn es um die Wahlen geht, auch einen Pakt mit dem ansonsten eher unbeliebten Teufel schließt, fordert und begrüßt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mehr Engagement und die verstärkte politische Einmischung von Kirchen in Deutschland, gerade in ländlichen Gegenden, wo angeblich das Potenzial von Populisten besonders groß sei. Gell, Herr Schmidt, Sie erinnern sich schon noch ansatzweise daran, dass Deutschland ein säkularer Staat ist oder wollen Sie etwa das lutherische Rad, die Trennung von Staat und Kirche, tatsächlich zurückdrehen?

Endgültig den populistischen Vogel abgeschossen hat hingegen Margot Käßmann anlässlich einer Bibelarbeit auf dem evangelischen Kirchentag und der tragende Beweis dafür, dass die evangelische Kirche ihr Bodenpersonal offensichtlich nicht so ganz im Griff hat und sich hier eine mehr als merkwürdige Eigendynamik unter dem Namen und Kreuz der Kirche zu entwickeln scheint.

Bitte „Margot“ wer? Ach ja, richtig! Das ist ja die Dame, heute „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017″  im Auftrag des Rates der evangelischen Kirchen in Deutschland, die im Februar 2010 aufgrund eines Straßen- Verkehrsdeliktes auffällig wurde oder etwas deutlicher, die am 20.Februar 2010 mit einem Promille- Pegel von 1,54 stark angetrunken bei Rot eine Ampel überfahren hatte und anschließend von einer Polizeistreife gestoppt wurde.

Mir persönlich ist nicht bekannt, ob M. Käßmann auch an besagten Tag ihres öffentlichen Statements, Donnerstag den 25.Mai 2017, anlässlich des evangelischen Kirchentages erneut etwas zu tief in den Messwein geblickt oder hier eher der Überschwang der Vorfreude hinsichtlich eines selbst genehmigten politischen Mitspracherechts in Deutschland gewirkt hat, allerdings erscheint mir persönlich die Aussage in Form einer Kritik in Richtung der AfD (*)„Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht!“ doch mehr als bedenklich. Eine Aussage im Bereich des rassistischen Schwergewichts, bedenkt man, dass M. Käßmann selbst als jüngste Tochter des KFZ- Mechanikers Robert Schulze in Marburg geboren wurde, und demzufolge davon auszugehen ist, dass auch ihre Großeltern echte Ur- Deutsche ohne Migrationshintergrund waren.

Folgt man der äußerst kruden Logik von Frau Käßmann, entscheidet man sich demzufolge nicht freiwillig dafür ein Nazi zu werden, sondern es ist quasi aufgrund einer genetischen Erbfolge, ausgehend von Eltern und Großeltern vorbestimmt, dazu verdammt ein Nazi zu sein. Eieiei, Frau Käßmann, Sie wissen aber schon, dass Ihre Auslegung den Nürnberger Gesetzen, nach denen es genügte zwei jüdische Elternteile und vier jüdische Großelternteile zu haben, um als „Volljude“ eingestuft zu werden, in umgekehrter Reihenfolge entspricht?!!! Besitzt man demzufolge nach augenscheinlicher Auffassung von Frau Käßmann zwei deutsche Elternteile und vier deutsche Großelternteile, ist man automatisch, genetisch bedingt, ein „Vollnazi“! 

Normalerweise würde ich jedem anderen raten, einfach mal das Hirn vor dem Reden zuzuschalten. In diesem Fall rate ich dringend: Einfach mal die Klappe halten, Frau Käßmann, Ihre Aussage ist derart unterirdisch, rassistisch und verachtenswert, dass sie definitiv einen verdienten Platz in der „Hall of Shame!“ wert ist! Also herzlich willkommen! In das geistige Mausoleum der „Hall of Shame“ haben es bisher wirklich bei mir nur einige wenige geschafft. Mit Ihrer Aussage, die es auch noch unverständlicherweise auf die Homepage der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Hannover geschafft hat, haben Sie sich allerdings jetzt bereits eine respektable Nominierung im vordersten Rang des Pokals um die derbste Entgleisung des Jahres 2017 erkämpft!

Wie Sie in 2015 angekündigt habe, gedenken Sie mit sechzig in Rente zu gehen und sich von der Kirchen- Bühne zu verabschieden. Sie sind 1958 geboren und in Kürze ist es so weit! Bitte tun Sie sich selbst, vor allen Dingen jedoch Deutschland den Gefallen und fangen Sie damit an ausgiebig Ihren Ruhestand ab 2018 zu genießen, verschonen Sie uns jedoch künftig mit weiteren geistigen Absonderungen!

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

 

Nachlese zu meinem Blogbeitrag:

Da betroffene Hunde bekanntlich am lautesten bellen, hat Frau M. Käßmann nunmehr angekündigt, gegen Kommentatoren in Twitter und anderen sozialen Netzwerken rechtliche Schritte einzuleiten, da angeblich ihr Zitat (*) anlässlich des evangelischen Kirchentages aus dem Kontext gerissen sei. Ich erachte derartige Ankündigungen als absolut lächerlich, denn wer austeilt, sollte auch einstecken können! Um jedoch allen eventuellen Mißverständnissen vorzubeugen, nachfolgend daher noch einmal der exakte Wortlaut, sowie die näheren Umstände des Gesagten.

Käßmann hatte am Donnerstag in einer Bibelarbeit beim Kirchentag in Berlin die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate kritisiert. Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin sagte, diese entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten“: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern“ – und setzte mit Blick auf die AfD nach: „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“

Noch einmal zur Erinnerung: Die AfD hat mit ihrer Forderung nach einer höheren Geburtenrate etwa keineswegs angeregt, erneut das frühere „Mutterkreuz“ wieder einführen zu wollen. Ich persönlich bewerte aus diesem Grund das Zitat (*) von Frau Käßmann als absolut unangemessen und völlig unangebracht. Hier einen direkten Zusammenhang und Kontext zwischen  der Forderung der AfD und dem Nationalsozialismus herstellen zu wollen oder auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen, halte ich für mehr als bedenklich. Da Frau Käßmann sich in ihrer Kritik auf das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland (letzte Veröffentlichung: Vorlage zum Bundesparteitag am 30.04.2016/01.05.2016) bezieht, darf ich nachfolgend aus Gründen der Fairness den betreffenden Passus im Original- Wortlaut wiedergeben:

6.2 MEHR KINDER STATT MASSENEINWANDERUNG
Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist dafür kein  geeignetes Mittel. Neben einer maßvollen, an qualitativen Kriterien orientierten Einwanderung, muss vor allem die Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung durch eine effektive  familien‐ und kinderfreundliche Politik erhöht werden. 

und weiter aus dem AfD- Programm für die Bundestagswahl (beschlossen auf dem Bundesparteitag in Köln am 22./23. April 2017) ab Seite 36, Absatz 7.1 „Deutschland nicht abschaffen“, Link: https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/05/2017-05-24_AfD-Bundestagswahlprogramm_Onlinefassung.pdf

Sorry, aber lesen Sie hier irgendetwas, was Sie an den kleinen Arierparagraphen erinnert, respektive sehen Sie hier Zusammenhänge mit dem Nationalsozialismus? Ich persönlich tue mir mit einer derartigen Interpretation sehr schwer und sehe hier auch keinerlei direkten Bezug zur Aussage von Frau Käßmann!

Ein sehr ähnliches Zitat aus dem Juli 2004

„Was wir brauchen, damit es in Deutschland bei Wachstum und Wohlstand wieder aufwärts geht, ist ganz einfach: Es müssen wieder mehr Kinder geboren werden.“ (Quelle: Handelsblatt vom 13.07.2004)

von Malte Ristau-Winkler, dem damals zuständigen Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, hätte vermutlich keine derartige Aussage seitens Frau Käßmann provoziert. Aber dabei ging es aber auch nicht um ein Statement der AfD, sondern um rot- grüne Vorschläge zur zukünftigen Familienpolitik!

Herzlichst

Jutta Lotz- Hentschel

BRD oder DDR 2.0 ?

„Das erste Leben der Angela M.“

von Ralf Georg Reuth und Günther Lachmann

34302402

Eine kritische Buch- Rezension!

Den Autoren Reuth und Lachmann ist hier ein sehr empfehlens- und lesenswertes Werk gelungen, das mutig Verknüpfungen und Entscheidungen in der individuellen Prägung im Leben der Angela M. aufzeigt.

Geboren in Hamburg, wurde sie auf Entscheidung des Vaters als Kind in die DDR umgesiedelt, obwohl sich schon damals der Strom der Bevölkerung sich nur in eine Richtung, nämlich von Ost nach West, bewegte. Nachdem es die sowjetische Besatzungszone war, die unter den Reparationen der UdSSR ganz besonders zu leiden hatte, und sich die wirtschaftliche Situation ganz besonders schlecht darstellte und gestaltete, muss es sich wohl eher um eine ideologische Entscheidung gehandelt haben, das Gebiet der ehemaligen DDR als Lebensmittelpunkt zu wählen. Folglich ging auch der Vater von Angela M. durch seine spätere Arbeit als der „rote Pastor  von Templin“ in die Annalen der Evangelischen Kirche der DDR ein. Schon allein aus dem Elternhaus der Angela M. müssen hier wohl elementare Prägungen in Richtung einer Gesellschaft nach sozialistischem Vorbild vermittelt worden sein, die auch später noch eine große Rolle in der politischen Entscheidungsfindung während ihrer Kanzlerschaft mitgewirkt haben müssen. Die Parole von „Wir schaffen das!“ weist auf eine augenscheinliche Verklärung der reellen existierenden gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland hin, so als gäbe es in Deutschland nach sozialistischem Vorbild, hier  nur eine Volksgemeinschaft, der die soziale Aufgabenbewältigung in einer Art von sozialistischer Gleichmacherei auf alle übertragen werden soll. Dies zeigt sich schon in der Euro-Krise als auch in der jetzt aktuellen Flüchtlingskrise.

Ihre Jugend und  Schulzeit verbrachte Angela M. im wesentlichen recht unauffällig und unspektakulär. Sie war in der Schule immer die Klassenbeste, fiel daher auch niemals als systemkritisch auf. Wer sich an die Lehrpläne der DDR erinnert, wird feststellen, dass hier insbesondere ein großes Augenmerk auf die staatskundliche Unterrichtung gelegt wurde. Pflichtbestandteil des Schulunterrichts war unter anderem die Staatslehre des Marxismus-Leninismus, der zu den tragenden Pfeilern der Indoktrination zählte, was auch für das System überlebenswichtig war, sollte doch damit die Treue zum DDR-Staat als wesentlicher Faktor für sein weiteres Fortbestehen schon in der Schulzeit gesichert werden. Angela M. übernahm schon früh als Jugendliche Aufgaben in der staatlichen FDJ-Organisation und fungierte auch später unter dem Titel einer „Sekretärin“ in der FDJ-Organisation im „Ministerium für Agitation und Propaganda“, wohlwissend, so der ehemalige Mitarbeiter Gunter Walter, der kurzzeitig ihr Vorgesetzter war, und  Angela M. zu seinem Führungskreis am ZIPC (Zentralinstitut für Physikalische Chemie) gehörte, obwohl sie dies bis heute vehement bestreitet. Eine der vorrangigen Aufgaben der FDJ-Grundorganisation war es, sich solide  marxistisch-leninistische Grundkenntnisse anzueignen, um mit neuen gefestigten Argumenten das tägliche politische Gespräch zu führen. Und genau dafür erhielt die Beauftragte für Agitation und Propaganda vorbereitete Materialien. Angela M. hat zwar später, auf ihre Funktion der FDJ-Organisation angesprochen, behauptet, weil auch der Bereich „Kultur“ dazu zählte, sie könne sich daran nicht mehr richtig erinnern, sie sei jedoch lediglich „Kulturbeauftragte“ gewesen, und ihre Tätigkeit habe lediglich darin bestanden, Theaterkarten zu besorgen und Buchlesungen zu organisieren.

Was so garnicht in das Bild einer harmlosen Mitläuferin passt, ist ihr späteres politisches Engagement für die DDR-Strukturen, weil auch offensichtlich politische Inhalte ganz im Sinne der DDR-Führung am Arbeitsplatz in den Instituten, an denen sie eigentlich der physikalischen Forschung nachgehen sollte, insbesondere in den Pausen an der Tagesordnung waren. Dass Angela M.  nicht  dem System kritisch gegenüber eingestellt war, wird auch an der Tatsache offensichtlich, dass ihr ein uneingeschränktes Reiserecht bewilligt wurde, was schon in der DDR-Zeit als außerordentliches Privileg galt, und das nur verdiente DDR-Bürger erhielten, deren Linientreue zum bestehenden politischen System der DDR darüber hinaus als äußerst gefestigt gelten musste.

Angela M. unternahm während dieser Zeit daher auch Reisen in die BRD und kehrte doch stets wieder in die DDR zurück. Aus diesen Tatsachen und ihren späteren Äußerungen schwingt mehr der Wunsch mit, als politische Mitläuferin wahrgenommen zu werden, der man die Umstände als benachteiligte DDR-Bürgerin nachsehen möchte, weil ihr Leben nur aus Kompromissen mit den politischen Umständen bestand, um im Unrechtssystem der DDR nicht unangenehm aufzufallen, und um am Ende nicht der politischen Verfolgung ausgesetzt zu sein. Alles das verliert enorm an Glaubwürdigkeit, wenn  ihre Freiräume innerhalb des politischen Systems und ihre späteren Aussagen verifiziert werden. Merkel war eben nicht nur die Mitläuferin innerhalb eines staatlichen Unrechtssystems, sondern sie war eine Funktionärin. Niemand hatte sie dazu gezwungen in diesen Positionen zu arbeiten; es handelte sich dabei um ihre persönliche und freie Entscheidung.

Zum Zeitraum der Wende galt ihr Engagement auch nicht dem Streben nach der Beendigung des DDR-Unrechtsregimes, sondern in erster Linie dem Nachhängen eines zweiten Sonderwegs, den die DDR als zweiter unabhängiger Staat gehen sollte. Sie sprach von einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz, dass während der DDR-Zeit nur als Farce bezeichnet werden konnte. Sie hielt dabei in der Zeit der politischen Wende am Gedanken eines sozialistischen Staates weiter fest. Erst als das Volk skandierte “Wir sind das Volk!“ hatte, unter dem massiven Druck der Bevölkerung, ein „Reform-Sozialismus“ nach zwei Diktaturen keine Chance mehr auf eine weitere Fortsetzung. Das Volk als der eigentliche Souverän hatte entschieden, und wollte den politischen und vor allem wirtschaftlichen Anschluss an den Westteil Deutschlands. Eine zutiefst demokratische Entscheidung, sollte doch „Alle Macht vom Volke!“ ausgehen.

Dass diesem Grundsatz wohl nicht so sehr entsprochen wurde und aktuell auch nicht wird, ist in der gegenwärtigen Politik Deutschlands ein Sprung in die aktuelle Politik- Landschaft, doch dies würde im Kontext zum ersten Leben der Angela M. jetzt doch zu weit führen. Das Buch spiegelt eine nahezu unglaubliche Rechercheleistung über das Leben der Angela M.  wieder und verdeutlicht, unter welch widrigen Umständen die Wahrheitsfindung über den wichtigen Lebensabschnitt in der DDR und ihre Prägung aus einem Unrechtssystem heraus, die politischen Handlungen der Kanzlerin in einen Kontext gebracht werden können, und wie sie in diesem Zusammenhang verständlich werden. Die Arbeit in einem Unrechtssystem lässt schnell den Blick auf das Recht der Bürger vergessen, wenn die Partei doch immer Recht behält, und schon in ihrem Allmachtsanspruch weiß, was das Beste für seine Bürger ist. Warum dann noch groß, mit der Bevölkerung des Landes über den richtigen Weg in einen  Dialog treten, wenn der Weg doch ohnehin alternativlos ist? Bevormundung ist das ausgemachte Ziel in einem totalitären Staat, der seine Macht gegenüber dem Souverän gnadenlos durchsetzt. Viele Äußerungen der Kanzlerin, von der Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke, der Energiewende, bis hin zu Stuttgart 21, wurden zur „Chefsache“ erklärt, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Hier ist eine Person an der Macht, die durch ihre frühe Prägung in einen Unrechtssystem offensichtlich deren Mechanismen zur Machtdurchsetzung  vollumfänglich übernommen hat. Diese Mechanismen der Macht wirken auch, unabhängig vom jeweiligen politischen System, sogar  unter konträr geänderten politischen Vorzeichen.

So wird durch dieses Buch verständlich, weshalb der Regierungsstil unter jahrzehntelanger geübter Manipulation der Bevölkerung in einem sozialistischen System auch in einem westlich kapitalistischen System bestens funktioniert, wenn sie der Bevölkerung als „alternativlos“ nahegebracht, entsprechend gemanagt, und strategisch klug verpackt wird. Das Eingestehen von Fehlern gehörte schon zur DDR-Zeit nicht zum Repertoire der DDR-Staatsmacht, umso weniger gehört das Eingeständnis eines Fehlers in der Frage der Euro-Rettung oder in der aktuellen Flüchtlingskrise zum Repertoire einer Angela M.

Das Buch ist sauber recherchiert, und zeigt die Neuerfindung der Angela M. auf, die Äußerungen von sich preis gibt, die nicht so recht zu ihrer Entwicklung zu DDR-Zeiten passen wollen, wenn nun plötzlich schon seit frühester Jugendzeit, schon immer das freiheitlich demokratische System der BRD als das einzige erstrebenswerte System in ihren Gedanken fest verankert war. In Anpassung an das politische westliche System, wird nun von allem das Gegenteil behauptet, das sozialistische DDR-System gebrandmarkt, und das Bild der harmlosen DDR-Mitläuferin gezeichnet. Wer diesem von ihr über sich selbst gezeichnetem Trugbild misstraut, dem ist die Lektüre dieses Buches nachdrücklich empfohlen, um sich ein eigenes Bild über den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Kanzlerin über ihre persönliche „politische Wende“ zu machen, die sich im übrigen einer Mitarbeit am Entstehen des Buches verweigert hatte, was sie über ihren Regierungssprecher mitteilen ließ. Vertane Chance- oder wie Gorbatschow es schon zum Ausdruck brachte: „Wer zu spät kommt, den straft das Leben!“

 

Jürgen Lotz

 

http://www.amazon.de/Das-erste-Leben-Angela-M/dp/3492055818/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1454423161&sr=1-1&keywords=das+erste+leben+der+angela+m

(Bild/Quelle: n-tv)